eingestrickte Bäume auf der Insel Mainau

Lebe die Veränderung

29. Januar 2015|Posted in: Allgemein, Texte

Du kannst nicht wieder und wieder tun,
was du schon immer getan hast,
und erwarten, dass dir etwas anderes passiert, 
als was dir schon immer passiert ist.

Unbekannt

Veränderung. Wir brauchen sie, wir fürchten sie, wir sehnen sie herbei, wir verfluchen sie.
Wir haben Angst vor Veränderung, denn wir wollen das Alte, Vertraute nicht loslassen. Wer weiß, was nachkommt, ob es wirklich besser oder vielleicht doch schlechter sein wird?
Und doch brauchen wir die Veränderung, denn tief in uns drin wissen wir: Veränderung bedeutet Leben.
In der Natur sehen wir es überall: Was gestern war, ist heute schon lange vorbei; was heute ist, wird morgen schon anders sein. Aus Eiern werden Raupen, aus Raupen Puppen, aus Puppen Schmetterlinge. Aus Wasser wird Eis, aus Eis wieder Wasser. Aus dem Samen wächst der Spross, aus dem Spross wird ein Baum, der Baum trägt Blüten, dann Früchte, dann wirft er Samen ab, dann wird er morsch und kracht um. Und ein neuer Baum entsteht.
Auch unsere Körper verändern sich. Einige Veränderungen sehen wir deutlich, wie etwa das Wachstum der Haare oder der Falten im Gesicht. Doch die wirklich umwälzenden Veränderungen kriegen wir gar nicht mit. Denn jede Sekunde unseres Lebens werden alte Atome durch neue ersetzt, keine Zelle, kein Molekül bleibt davon verschont. Wir wirken zwar immer irgendwie gleich, aber es ist eine Illusion. Nichts ist gleich. Veränderung ist allgegenwärtig, in uns wie in jedem anderen Lebewesen auf dem Planeten.
Und doch fürchten wir uns vor Veränderung, denn sie ist das Tor zum Unbekannten.

Wir sollten keine Angst haben. Wir sollten den Wandel zulassen, offen sein für das Neue.
Befindest du dich in einer eingefahrenen Situation? Fühlst du dich unwohl oder gar unglücklich? Oder einfach nur wie gelähmt? Dann ist es auch in deinem Leben Zeit für eine Veränderung. Denn wenn du unglücklich bist mit dem, was ist, kannst du nicht glücklich werden, solange alles so bleibt wie bisher.
Aber wer oder was genau muss sich denn verändern, damit es dir besser geht? Oh, da fällt dir bestimmt so einiges ein. Vielleicht deine Mitmenschen, oder deine Lebensumstände, die Wirtschaft, die Politik… So viele Dinge machen dich unglücklich, unzufrieden – also müssen sie sich ändern.
Nur dummerweise tun sie das nicht. Dein Partner wird kein anderer Mensch, nur weil du mit seinem Charakter nicht klar kommst. Genauso wenig deine Kinder, deine Eltern, dein Chef oder deine Kollegen. Weder dein Gehalt noch die Landespolitik noch die globale Wirtschaft werden sich verändern, nur weil du mit ihnen nicht glücklich bist. Wir können diese Dinge gar nicht ändern. ICH kann DICH nicht verändern. DU kannst MICH nicht verändern. Und die Handlungen der anderen Menschen kannst du auch nicht verändern.

Es gibt nur eine einzige Person auf der ganzen Welt, über die du die volle Macht hast und die du jederzeit verändern kannst: DU SELBST!

Doch vielleicht sagst du jetzt: ICH bin doch gar nicht das Problem! Mein Chef ist das Problem, die stressige Arbeit ist das Problem, meine Ehefrau ist das Problem, meine Kinder sind das Problem, mein niedriges Gehalt ist das Problem… Alles – alles andere! – muss sich verändern, damit es mir besser geht. Aber ich? Ich bin doch eigentlich ganz ok…
Klar bist du ok! Du bist sogar noch mehr als das: Du bist einzigartig! Du bist großartig! Du bist absolute Spitzenklasse! Und jetzt, hör gut hin:

DU bist der Schöpfer DEINER EIGENEN REALITÄT!

Ja, tatsächlich, du, und nur du, bist für alles verantwortlich, was in deinem Leben passiert!
Glaubst du mir nicht? Kann gar nicht sein?
Ist aber so.

Lass uns ein kleines Gedankenexperiment starten. Du stehst in der Arbeit vor dem Kaffeeautomaten in der Büroküche. Dein Vormittag ist bisher nicht zu deiner Zufriedenheit verlaufen, es gab Verzögerungen im Projekt, Sticheleien von den Kollegen, der Chef hat dir noch eine Extra-Aufgabe aufgebrummt, obwohl du eh schon nicht mehr weißt, wie du alles schaffen sollst. Und jetzt bockt auch noch dieser blöde Automat und es kommt einfach kein Kaffee raus, den du so dringend brauchen könntest! Du wirst wütend und drückst willkürlich auf ein paar Knöpfen herum. In genau diesem Moment kommen zwei Kolleginnen herein, und eine von ihnen sagt laut und deutlich: „Wenn man halt keine Ahnung hat, wie das funktioniert, sollte man seine Finger davon lassen!“ Dir platzt der Kragen. Du fährst die Kollegin an. Sie mault zurück. Es schaukelt sich hoch, ein handfester Streit bricht aus. Wütend – und immer noch ohne Kaffee – verbarrikadierst du dich hinter deinem Schreibtisch und verbringst den Rest des Tages zähneknirschend und in eisigem Schweigen. Zuhause lässt du deinen Frust an deinem Partner aus, du schreist die Kinder an, weil sie nicht aufgeräumt haben, und als du schließlich im Bett liegst, bist du so wütend auf alle und alles, und vor allem auf dich selbst, dass du nicht einschlafen kannst.
ALLE ANDEREN waren Schuld an deinem verbockten Tag – – –  oder vielleicht doch nicht?

Was wäre, wenn du die Kollegin nicht wütend angefahren hättest? Wenn du deinen von angeblicher Kritik verletzten Stolz heruntergeschluckt und die Kollegin stattdessen gefragt hättest, ob sie dir helfen kann? Dann hättest du vielleicht festgestellt, dass sie diese Bemerkung beim Hereinkommen gar nicht an dich gerichtet hatte, sondern dass sie sich mit der anderen Kollegin über etwas völlig anderes unterhalten hatte und die Bemerkung nur der letzte Satz ihrer Schlussfolgerung war. Vielleicht hätte sie dir helfen können, du hättest deinen Kaffee bekommen und ihr wärt zu dritt noch eine Weile in der Küche gesessen. Du hättest von deiner Arbeit erzählt und dass dein Tag bisher nicht so gut verlaufen ist, und eine der Kolleginnen hätte dir spontan Hilfe angeboten, weil sie weiß, wie man sich fühlen kann, wenn einen die Arbeit zu überrollen droht. Der restliche Arbeitstag wäre für dich viel entspannter und freundlicher verlaufen, und du wärst gut gelaunt nachhause gekommen, mit dem Wissen, dass du deine Projekte rechtzeitig fertig bekommen wirst. Du hättest den Kindern geholfen, ihre Zimmer aufzuräumen, ganz ohne Geschrei und Gemaule, und hättest dann einen schönen Abend mit deinem Partner verbracht, bevor du zufrieden mit dir und dem Tag eingeschlafen wärst.

Manchmal sind es nur winzige Kleinigkeiten, die einen ganzen Tag oder sogar eine ganze Woche zum Guten oder zum Schlechten wenden können. Immer aber sind diese Kleinigkeiten allein von dir abhängig, von der Art und Weise, wie du denkst, wie du reagierst, wie du handelst. Im ersten Fall hast du dich von einer Bemerkung (die nicht einmal an dich gerichtet war) so ärgern lassen, dass der ganze Tag versaut worden ist. Aber das ist nun einmal dein Verhalten, so denkst du jetzt, wenn du mit Kritik konfrontiert wirst, keilst du eben aus. Aber im zweiten Fall hast du es geschafft, dein Verhalten zu ändern. Du hast beschlossen, die Kritik zu ignorieren (um dann sofort zu merken, dass sie gar nicht an die gerichtet war), und bist stattdessen bereit gewesen, freundlich zu sein und dann sogar um Hilfe zu bitten.

Die Art und Weise, wie du denkst und reagierst, ist das Entscheidende, immer. Selbst wenn dich andere tatsächlich einmal angreifen – was übrigens viel seltener der Fall ist, als wir denken – liegt der weitere Verlauf des Geschehens allein bei dir und deiner Reaktion. Anstatt dich zu wehren oder in den Gegenangriff überzugehen und damit Widerstand zu bieten, kannst du deine Reaktion ändern und statt dessen lächeln, oder einfach nur sagen „na, wenn du meinst…“. Damit nimmst du dem Angriff die Kraft.
Das gilt auch für andere Dinge, die dir schwierig erscheinen. Anstatt ein Problem als Problem anzusehen und daran zu verzweifeln, kannst du es als Chance begreifen, als Möglichkeit, etwas Neues zu lernen. Und anstatt dich über Menschen aufzuregen, deren Verhalten dir widerstrebt, kannst du sie als Übungsfeld für Langmut und Nächstenliebe betrachten.

Ganz, ganz oft sind es nur unsere Reaktionen auf ganz alltägliche, banale Dinge, die unser Wohlbefinden bestimmen, die Art und Weise, wie wir auf Geschehnisse in unserer Umwelt reagieren. Ob wir den Satz einer anderen Person als Angriff werten oder einfach nur als eine belanglose Aussage; ob wir uns von den unordentlichen Zimmern unserer Kinder aufregen lassen oder einfach mit Gelassenheit die Türe schließen; ob wir uns von bestimmten Aufgabe überfordert fühlen oder sie als Übung sehen, auch mal nein zu sagen oder aus Fehlern zu lernen – all diese Möglichkeiten stehen uns offen.
Verändere deine Art und Weise zu denken und zu handeln, und du wirst sehr schnell sehen, dass sich auch deine Umwelt verändert. Wenn du aufhörst, dich über die Sticheleien deiner Kollegen aufzuregen, werden irgendwann auch die Sticheleien aufhören. Wenn du schwierige Aufgaben mit Gelassenheit angehst und ohne Versagensangst, verlieren sie ihren Schrecken und werden leicht – obwohl es dieselben Aufgaben sind. Doch DU hast dich verändert – und dadurch verändert sich die ganze Welt.

Also: Hab Mut, und lebe die Veränderung!

Chris

Hallo, ich heiße Christine und bin die Begründerin dieses Blogs. Ich poste hier Texte, Gedichte und Bilder zu der Frage, wie man seine Herzenswünsche entdecken und das Leben leben kann, das uns ganz persönlich glücklich macht. Ich würde mich freuen, wenn du meinen Blog abonnierst und mir auch mal Kommentare zu meinen Beiträgen sendest!

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