Sonnenaufgang

3 schlechte Neujahrsvorsätze und 1 guter

14. Januar 2015|Posted in: Allgemein, Texte

Genau zwei Wochen ist das neue Jahr nun schon alt… 14 Tage Lust oder 14 Tage Frust?
Gehörst du zu den Menschen, die sich am Jahresanfang gute Vorsätze machen? Und hast du sie auch schon gebrochen in den letzten 14 Tagen? Das ist leider ziemlich wahrscheinlich und nichts, dessen du dich schämen musst. Glaub mir, es geht (fast) jedem so, der in die berühmte Falle der „guten“ Neujahrsvorsätze tritt.
Der Klassiker: „Ich werde dieses Jahr etwas für meine Figur tun! Ich werde joggen gehen/Yoga machen/schwimmen…“ Oder der hier: „Dieses Jahr höre ich endlich mit dem Rauchen auf!“ Oder noch schlimmer: „Dieses Jahr mach ich endlich mal was für mich!“ – Jetzt mal im Ernst: Gibt es wirklich jemanden, der glaubt, dass es so funktioniert? Dass man nur am 1. Januar eine feste Willenserklärung ins Universum ausschicken muss, und schon wird alles anders?
Wohl kaum.

Aber warum machen wir es trotzdem? Warum denken wir, dass sich mit dem Wechsel des Kalenders an der Wand auch wie von Zauberhand unser Charakter ändert, unsere Willensstärke oder unsere Lust, Sport zu treiben?
Weil wir an den Neuanfang glauben. Weil wir von Hoffnung getriebene Wesen sind, die daran glauben wollen, dass ES – das Leben, die Umstände, die Arbeit, eben einfach alles – irgendwann einmal besser wird – und warum nicht in der Neujahrsnacht?

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Hermann Hesse

Früher markierte der Jahreswechsel den Zeitraum im Kalender, an dem das Licht die Dunkelheit besiegte. Bis zum Jahresende wird es dunkler und dunkler, die Tage kürzer, die Nächte länger. Dann kommt die Wintersonnenwende, der Punkt, an dem – wenn auch anfangs kaum merklich, die Dunkelheit wieder weichen muss. Neues Licht kommt, und je mehr Licht da ist, desto mehr erwacht alles wieder zum Leben, die Pflanzen, die Tiere – und unsere Hoffnung. In diese Stimmung hinein, in dieses Alte, das vergeht, und Neue, das entsteht, formulieren wir unsere „guten“ Neujahrsvorsätze.
Die Neujahrsnacht ist durchaus eine magische Nacht, und es macht Sinn, mit dem neuen Kalender auch neue Hoffnungen zu verbinden. Aber wenn wir wollen, dass diese Hoffnungen und Wünsche Früchte tragen, wenn wir wollen, dass sich wirklich etwas verändert , müssen wir uns eigentlich nur einen einzigen Vorsatz vornehmen, dafür aber einen, der es in sich hat:

„Dieses Jahr will ich mich lieben, genau so, wie ich bin.“

Das ist heftig, oder? Denn du findest dich ja bestimmt nicht gut, so wie du bist, sonst hättest du dir ja keine guten Vorsätze gemacht, um etwas zu verändern. Die Wünsche für das neue Jahr, die du formuliert hast, sind allesamt aus negativen Gefühlen heraus entstanden. Wenn du denkst, du musst mehr Sport treiben, dann steckt der Gedanke dahinter, dass du jetzt zuwenig für deinen Körper tust, dass du zu faul bist, zu dick oder zu träge. Du bist also unzufrieden mit dir selbst. Genauso auch bei der Sache mit dem Rauchen: Du liest und hörst überall, dass Rauchen schädlich für die Gesundheit ist. Das erzeugt Angst, um dich und deinen Körper, und deswegen setzt du dich unter Druck und zwingst dich, mit dem Rauchen so schnell wie möglich aufzuhören. Und mit der Bemerkung „Dieses Jahr will ich endlich mal was für mich tun“ implizierst du, dass du dich bisher nur für andere aufgeopfert hast und selbst immer zu kurz gekommen bist. Also ist der Antrieb hier Ärger, über dich, dass du dich immer aufopferst, aber genauso auch über die anderen, weil sie ständig etwas von dir fordern.
Angst, Ärger, Unzufriedenheit – Das sollen die treibenden Kräfte für Veränderungen sein im neuen Jahr?
Glaub mir, das wird nicht funktionieren.

Doch mit der Liebe, da ist es anders. Die Liebe treibt nicht. Sie verweilt. Sie ruht. Sie ist HIER, JETZT. Sie arbeitet nicht auf ein fernes Ziel hin, sondern sie genießt den Augenblick. Sie sieht dich und sagt: Vielleicht denkst du, Übergewicht zu haben oder faul zu sein. Vielleicht hast du Angst, deinen Körper durch Nikotin zu vergiften. Vielleicht kommst du dir ausgenutzt vor. Aber das macht nichts. Du bist wundervoll, einzigartig, grandios! Jemanden wie dich gibt es nur einmal auf dieser Welt. Du bist ein Schatz, der es wert ist geborgen zu werden. Glaub an dich, denn ich tue es auch.

Und weißt du, was dann passiert? Wenn die Liebe da ist, wenn wir es schaffen, uns selbst mit liebenden Augen zu sehen, dann kommt alles andere von ganz alleine, ohne Zwang, zu seiner Zeit. Denn wenn wir annehmen, was ist, anstatt dagegen anzukämpfen, dann öffnen wir uns für eine höhere Weisheit, eine Weisheit, die direkt aus unserem Körper, aus unserer Mitte kommt. Und dann wird es plötzlich einen Moment geben, an dem wir den Drang verspüren, an die frische Luft zu gehen und einen Spaziergang zu machen, oder Rad zu fahren, oder zu schwimmen. Oder wir werden auf einmal merken, dass uns die Zigaretten nicht mehr schmecken, und von ganz alleine aufhören zu rauchen. Oder wir werden plötzlich in der Lage sein, nein zu sagen, wenn wieder jemand etwas von uns fordert.

Also, schieb alle anderen guten Neujahrsvorsätze beiseite und nimm dir nur diesen einen vor, schreibe ihn auf hundert Zettel und verteile sie überall in deinem Haus, in deinem Auto, an deinem Arbeitsplatz:

Dieses Jahr will ich mich lieben, genau so, wie ich bin!

Ich wünsche dir ein wunderbares, liebevolles und spannendes Jahr 2015!

Chris

Hallo, ich heiße Christine und bin die Begründerin dieses Blogs. Ich poste hier Texte, Gedichte und Bilder zu der Frage, wie man seine Herzenswünsche entdecken und das Leben leben kann, das uns ganz persönlich glücklich macht. Ich würde mich freuen, wenn du meinen Blog abonnierst und mir auch mal Kommentare zu meinen Beiträgen sendest!

1 Comment

  1. Neujahrswünsche - Schwesterseele - […] ich von Neujahrsvorsätzen geschrieben und warum sie meistens nicht funktionieren (lies dazu „3 schlechte Neujahrsvorsätze und 1 guter„). Deswegen…

Leave a Reply


You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*