Kinderbild mit tanzenden Frauen

Wie schön, ich lebe!

30. November 2014|Posted in: Allgemein, Texte

Wie schön, dass ich lebe! – Kannst du das aus vollem Herzen sagen, jeden Tag aufs Neue?
Neulich sah ich mir eine Nachrichtensendung für Kinder im Fernsehen an. Wie ich schon früher erwähnt habe, bin ich kein Freund von „erwachsenen“ Nachrichtensendungen, da sie zum überwiegenden Teil nur schlechte Meldungen verbreiten und die Guten einfach unterschlagen. Da geht doch jede noch so gute Stimmung in den Keller, wenn man sich sowas ansieht! Doch diese Kindersendung ist anders. In ihr haben tatsächlich auch mal die schönen Dinge einen Platz, die erfreulichen Meldungen, die einen richtig fröhlich stimmen können.
An diesem besagten Tag kam – mal wieder – eine Meldung über die Ebola-Epidemie in Afrika. Aber anstatt der üblichen Horrorgeschichten und Schreckensbilder wurde diesmal ein Interview mit einer Ebola-Überlebenden gezeigt.

Das dreizehnjährige afrikanische Mädchen war an Ebola erkrankt und nach vielen Wochen wieder gesund geworden. Nun war sie aus dem Krankenhaus entlassen worden, und sie durfte wieder nachhause gehen, begleitet von einem Fernsehteam. Sie wurde gefragt, wie sie ihre Krankheit erlebt hatte und wie sie sich jetzt fühlte und ob sich an ihren Lebensumständen etwas geändert hätte.
Nun weiß ich natürlich nicht, welchen Charakter dieses Mädchen vor ihrer Erkrankung gehabt hatte – eher fröhlich oder eher schwermütig oder ernst – doch ihre Erscheinung auf dem Bildschirm war schlicht und ergreifend umwerfend. Die Lebensfreude, die dieses Mädchen erfüllte, war absoluter Wahnsinn! Sie strahlte soviel Glück aus, soviel Freude, dass man allein durchs Zuschauen einfach mitstrahlen musste! Was für ein aus tiefstem Herzen kommendes Lächeln! Wie schön! Wie wohltuend!
Dabei war es nicht so, dass sie in ein einfaches und reiches Leben zurückkehrte. Nein, an ihren ärmlichen Lebensverhältnissen hatte sich nichts geändert, und erschwerend kam nun sogar noch hinzu, dass ihre Nachbarn jetzt alle Angst vor ihr hatten und die Familie regelrecht mieden, denn sie befürchteten, sich anzustecken (obwohl Ebola-Patienten nach überstandener Krankheit überhaupt keine Erreger mehr in sich tragen, aber die Angst der Bevölkerung war eben einfach zu groß).
Aber dem Mädchen war das vollkommen egal. Es war einfach nur selig, am Leben zu sein und keine Schmerzen mehr haben zu müssen, und es war überglücklich, dass die ganze restliche Familie nicht erkrankt war und sie nun alle wieder zusammen sein konnten.

Die aus tiefstem Herzen kommende reine Daseinsfreude, die dieses junge afrikanische Mädchen ausstrahlte, erweckt in mir eine tiefe Scham.
Mir geht es so gut! Ich bin gesund, habe ein warmes Zuhause, ein weiches Bett, jeden Tag Nahrung im Überfluss, mehr Kleidung, als ich tragen kann, nette Nachbarn und Freunde, eine gesunde Familie, lebe in einem friedvollen Land… Ich könnte seitenweise all die Dinge aufzählen, die an meinem Leben gut und schön und reich sind.
Und trotzdem bin ich oft gar nicht glücklich, oder rede es mir zumindest ein.
Über wie viele Dinge mache ich mir täglich Sorgen, wie viele absolut unwichtige Kleinigkeiten blähe ich zu riesigen Problemen auf und lasse mir von ihnen meine Lebensfreude rauben?  Wie oft verliere ich die richtige Perspektive und vergesse, dass es in meinem Leben noch viel, viel mehr gibt als diese Sorgen und Probleme, von denen ich mich plagen lassen? Wie kann es sein, dass ich ihnen so viel mehr Platz einräume als den schönen und guten Dingen, die mich tagtäglich umgeben?

Ich glaube, es ist eine typische Erscheinung unserer hochentwickelten Gesellschaft, dass wir den Bezug zu den wirklich wichtigen Dingen des Lebens – Gesundheit, ausreichend Nahrung und Kleidung, ein schützendes Zuhause und Beziehungen zu lieben Menschen, die uns auf unserem Weg begleiten – vollkommen aus den Augen verlieren.
Der Dalai Lama hat einmal gesagt:

Der Mensch opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen.
Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wiederzuerlangen.
Und dann macht er sich so viele Sorgen um die Zukunft, dass er sich an der Gegenwart nicht erfreuen kann;
mit dem Ergebnis, dass er weder in der Gegenwart noch in der Zukunft lebt;
er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er, ohne jemals richtig gelebt zu haben.

Große Häuser, schnelle Autos, Markenklamotten, neueste elektronische Spielzeuge, teure Fernreisen – all dies sind die Dinge, die uns wichtig geworden sind. Ihnen opfern wir unsere Zeit, unsere Gesundheit und unsere Gedanken. Und wenn wir sie nicht haben oder wenn sie kaputt sind, machen wir uns Sorgen. Das sind unsere Probleme. Schon unsere Kinder denken so: Konsum macht vor keiner Altersstufe halt. Und wer im Pausenhof nicht das neueste Handy und die trendigsten Sneakers vorweisen kann, ist abgesagt.

Ist das ein Leben, das ich führen möchte?
Möchte ich, wie der Dalai Lama gesagt hat, tatsächlich sterben, ohne jemals richtig gelebt zu haben – weil ich meine ganze Energie in unwichtigen Blödsinn investiert habe?

Aber was ist es denn, was unser Leben lebenswert macht?
Ich denke, das an Ebola erkrankte Mädchen hat es herausbekommen; das glückliche Leuchten auf ihrem Gesicht macht es überdeutlich! Es ist das Leben selbst, das das größte Geschenk ist: Die Möglichkeit, mit Menschen, die man liebt, zusammen sein zu können, ohne Schmerzen aufzuwachen und einschlafen zu dürfen, fähig zu sein, die Sonne strahlen zu sehen, den Regen auf der Haut zu spüren und das Lachen der Kinder zu hören.
Um diese Dinge zu erreichen, brauchen wir keine schnellen Autos, keine teuren Designerklamotten und keine Luxusvilla. Dazu brauchen wir nur zwei Sachen: Dankbarkeit für das, was wir haben, und Liebe – für uns selbst, die Schöpfung und für alle Menschen um uns herum.

Das klingt ganz einfach. Doch es erfordert ein radikales Umdenken von uns, die wir an unsere konsumorientierte Welt gewöhnt sind. Menschen, die schwere Unfälle oder lebensbedrohliche Krankheiten durchgemacht haben oder noch von ihnen betroffen sind, haben das verstanden. Sie ändern ihr Leben, teilweise radikal, trennen sich von Jobs, in denen sie vielleicht viel verdienen, die sie aber nicht glücklich machen, oder von Menschen, die ihnen nicht gut tun, auch wenn es enge Verwandte sind. Sie richten ihr Leben nach ihren inneren Werten aus, nicht nach den äußeren Werten, die die Gesellschaft vorgibt. Sie achten darauf, dass es ihnen und ihren Lieben gut geht, unabhängig davon, ob sie dadurch gesellschaftliches Ansehen erlangen oder nicht.

Ich bin fest davon überzeugt, dass man nicht erst eine schlimme Krankheit durchmachen oder gar eine Nahtoderfahrung erleben muss, um das Leben, das uns geschenkt wurde, aus vollem Herzen bejahen zu können. Es erfordert vielleicht Arbeit, ein Umdenken, eine Umorientierung unserer Werte und unseres Lebensstils. Es wird auch nicht einfach, und möglicherweise wird es Menschen aus unserem Leben vertreiben, die mit uns und unserem neuen lebensbejahenden Ansatz nichts mehr anfangen können. Aber dafür werden neue Werte kommen, neue Freunde, neue Schätze, die unser Leben auf andere Weise bereichern; dafür wachen wir jeden Tag mit einem Lächeln auf und können tatsächlich aus vollen Herzen sagen:

Wie schön, ich lebe!

Chris

Hallo, ich heiße Christine und bin die Begründerin dieses Blogs. Ich poste hier Texte, Gedichte und Bilder zu der Frage, wie man seine Herzenswünsche entdecken und das Leben leben kann, das uns ganz persönlich glücklich macht. Ich würde mich freuen, wenn du meinen Blog abonnierst und mir auch mal Kommentare zu meinen Beiträgen sendest!

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